"Wenn der Wind nachlässt, die Sonne aber scheint, dann kann man mit der Sonnenenergie den E-Motor betreiben. Wir sagen immer, wir segeln mit der Sonne."

Bernd Buchholz im Gespräch mit Lasse Hochfeldt

Lasse Hochfeldt ist Gründer und Geschäftsführer des kieler Start-ups FLIN solar. Mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz unterhält er sich über Solarmodule, die sich in den Schiffsmast einziehen lassen, über die Unternehmensgründung samt Herausforderungen und welche weitere Leidenschaft er neben dem Segeln hat.

 

 


 

 

Bernd Buchholz: Moin aus Kiel und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts „Echte Chancen“. Mein Name ist Bernd Buchholz, ich bin Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein und in diesem Podcast treffe ich Menschen, die das Land irgendwie weiterbringen, mit innovativen Ideen oder mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit Dingen jedenfalls, die irgendwie neu sind, innovativ und anders. Und die zeigen, dass Schleswig-Holstein ein modernes, innovatives, dynamisches Land ist. Heute ist jemand bei mir, der das Thema E-Mobilität auf hoher See vorantreibt. Lasse Hochfeldt ist der Gründer der FLIN solar GmbH. Herzlich willkommen Herr Hochfeldt.

 

Lasse Hochfeldt: Vielen Dank. Hallo!


Herr Hochfeldt, FLIN solar GmbH, was heißt FLIN?


Das setzt sich zusammen aus den Worten Flux und Inductus. Und das steht beides für die elektrische Stromstärke. Unser erstes und eben auch besonderes Produkt ist das FLINsail und das ist ein Solarsystem, was man bei einer Segelyacht in den Mast ziehen kann. Und dadurch, dass man dann diese Fläche nutzt, die normalerweise vom Großsegel genutzt wird, hat man erst mal schon mal eine sehr große Fläche, die man auch auf kleinen Booten dann nutzen kann, um Solarenergie überhaupt einzufangen. Und was wir machen ist, dass wir so semi flexible Solarmodule in den Mast ziehen und diese lassen sich dann auch noch ausrichten und das ist eben ganz bedeutend. Also wenn man Solarenergie ernten möchte, ist es eben entscheidend, dass die Module im richtigen Winkel zur Sonne stehen. Nur dann liefern sie auch ihre volle Leistung. Und diese Kombination aus einer großen Solar Fläche, die dann eben noch im optimalen Winkel steht, sorgt für eine beeindruckende Power, die man dann auch auf kleinen Booten hat.


Also das müssen wir jetzt noch ein bisschen mal verlangsamen, denn das muss man sich ja als Bild mal vorstellen. Wenn wir alle von Solarenergie sprechen, dann haben wir alle diese großen Platten auf Dächern im Kopf oder diese Felder, die neben Autobahn stehen, wo man schon weiß, okay, das ist so eine Solaranlage. Sie produzieren, wie war das, semi-dynamische, oder? Ja, also Flächen, die ich als Großsegel quasi auf einem Segelboot hochziehen kann?


Genau. Also es ist so, wir verwenden semi-flexible Solarmodule. Das sind eben nicht diese klassischen Module, wie man sie kennt. Bei den klassischen Modulen, die sind, die basieren auf einer Glasplatte und einem Aluminiumrahmen und sind relativ schwer. Die semi-flexiblen Module sind, das ist ein Kunststoff Laminat. Das ist sehr leicht. Ein Modul ist etwa 1,5 Millimeter dick, also entsprechend ziemlich dünn und dementsprechend auch leicht flexibel. Aber die Solarzellen, die in dem Modul zum Einsatz kommen, sind eigentlich dieselben wie bei den großen Modulen, die auch in Solarparks verwendet werden.


Gut, jetzt ziehe ich so ein semi-flexibles Modul oder wahrscheinlich eine Menge von unterschiedlichen Modulen, an meinem Mast auf einer Segelyacht hoch. Jetzt muss der ja dort irgendwie erzeugte Strom irgendwo abgeleitet werden. Wie funktioniert das an einem Großsegel?


Also das funktioniert so. Die Solarmodule sind alle mit Kabeln miteinander verbunden und wir laden dann im Prinzip über einen Laderegler die Batterie von dem Boot. Und das ist eben ganz unterschiedlich, je nach Anwendung. Es gibt, also eigentlich hat jedes größere Segelboot, was auch eine Kajüte besitzt, hat eben auch eine Batterie verbaut, weil man eben auch elektrische Verbraucher an Bord hat. Und diese Batterie wird dann geladen. Und wenn man jetzt ein Segelboot hat, was mit einem E-Motor betrieben wird, dann hat das in der Regel auch eine relativ große Batterie-Kapazität und dann braucht man entsprechend auch ein bisschen mehr Solarleistung, um diese Batterie dann auch in einem gewissen Zeitraum vollständig aufladen zu können.


So jetzt noch mal. Habe ich mir dann das auch so vorzustellen, dass es aussieht wie ein Großsegel, wenn ich ihr FLINsail tatsächlich am Mast hochziehe, oder sieht es anders aus?


Also es sieht schon deutlich anders aus. Deshalb ist das auch ein absoluter Hingucker, wenn wir auf der Kieler Förde unterwegs sind. Es ist eben kein Segel im klassischen Sinne. Nicht diese Dreiecksform, sondern es sind wirklich einzelne rechteckige Platten, die wir übereinander hochziehen. Also an unserem Testboot sind es fünf Solarmodule, die sind etwa ein Meter mal einen halben Meter groß in der Fläche und die sitzen dann übereinander und die lassen sich dann um die horizontale Achse kippen wie eine Jalousie und lassen sich dann eben so synchron entsprechend ausrichten.


So, und jetzt kommt der zweite Teil, den Sie vorhin schon gesagt haben. Das ist also nicht nur ich habe ein Solarmodul, dass semi-flexibel ist, sondern ich kann jetzt auch das noch in sich ausrichten, so dass es immer richtig zur Sonne steht und damit also die höchstmögliche Energiemenge produziert. Wie funktioniert das?


Also die Solarmodule, die sind mit dünnen Seilen miteinander verbunden, sodass sie sozusagen im Raum gehalten werden. Und sie lassen sich dann, also sie sind dann noch mit dem Mast verbunden, über einen Mastrutscher, so wie das Großsegel auch. Da muss man auch immer dazu sagen, das ist ein besonderer Mastrutscher, denn der lässt sich in den Mast einsetzen, ohne dass man den einfädeln muss. Das ist auch eine Entwicklung von uns, die für das System in der Handhabbarkeit wirklich wichtig ist.


Jetzt steigt uns der eine oder andere Nichtsegler aus. Der Mastrutscher, das ist die Verankerung des Großsegels im Mast, in die ich normalerweise das so in den Mast unterbringe, dass er relativ fix da drin sitzt, damit mir das Segel an der Mastseite komplett straff eben auch immer sitzt. Das muss man sich so vorstellen wie in eine Schiene bei der Gardinenstange so Rollen reingeschoben.


Genau. Genauso kann man sich das vorstellen. Das ist eigentlich sehr gut erklärt, dass eben eine Nut, wo ein Rutscher drinnen läuft. Und das ist so ein bisschen unser Problem, dass viele Segler, wenn sie unser System sehen, denken, sie müssten ihr komplettes Großsegel ausfädeln, um dann die FLINsails zu setzen. Dem ist aber nicht so, weil wir eben diesen speziellen Mastrutscher entwickelt haben, um dann die FLINsails oberhalb des eingeholten Großsegels wirklich anzuklicken und dann kann man das FLINsail auch in weniger als 5 min wirklich aufbauen.


Das heißt ich muss auch meine Großsegel nicht abschlagen, sondern in Wahrheit bleibt das drauf, dass ist runtergezogen dann. Und dann kann ich das FLINsail setzen, oberhalb des Großsegels und den Mast nutzen, um zu sagen, jetzt wird Energie getankt.


Genauso ist es und es ist eben wirklich schnell gemacht. Also in wenigen Minuten hat man von Großsegel auf die FLINsails gewechselt und das kann man eben wunderbar nutzen also wie wir das an unserem Testboot auch machen. Wenn jetzt der Wind nachlässt, die Sonne aber schön scheint, dann kann man wirklich mit der Sonnenenergie den E-Motor betreiben. Und wir sagen immer, wir segeln mit der Sonne.


Die Anwendungsmöglichkeiten haben Sie vorhin schon beschrieben. Die meisten Yachten haben viele elektrische Geräte. Das ist so. Die meisten Yachten haben aber immer noch einen Diesel an Bord, mit dem sie dann, wenn kein Wind weht, unterwegs sind. In Wahrheit wäre dies ja die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass man völlig emissionsfrei mit dem Segelboot unterwegs ist und E-Motoren verbaut und dafür über das FLINsail die Energie komplett decken könnte. Reicht das mit den Batterien dann auch dafür, größere Strecken zurückzulegen? Und ist der Ladevorgang über das FLINsail über Tag? Der muss ja bei Sonnenschein stattfinden. Nachts scheint die Sonne nicht. Also es ist meistens auch die Zeit, wo der Wind am günstigsten ist, um zu segeln. Also beißt sich da nicht was? Ist das jetzt nicht die falsche Zeit? Müsste man nicht irgendwie nachts versuchen Strom zu erzeugen?


Also es ist natürlich so, wenn wir Wind haben, dann segeln wir. Das ist völlig klar. In dem Moment können wir mit dem FLINsail keine Energie erzeugen. Wir haben aber eben den Vorteil, dass wenn wir keinen Wind haben und die Sonne scheint, was auch häufig tatsächlich miteinander verknüpft ist, also wir haben eben häufig an windigen Tagen Bewölkung und an windstillen Tagen Sonne, das passt dann an der Stelle ganz gut zusammen, können wir eben dann mit dem FLINsail auch unseren E-Motor antreiben. Und was eben auch eine tolle Sache ist, wenn man jetzt nicht in Hafen fahren möchte, nachmittags, sondern irgendwo vor Anker liegt, dann kann man eben die FLINsails auch wunderbar nutzen, um dann die Batterien wieder aufzuladen. Man ist dann eben unabhängig vom Landstromnetz und hat dann auch ganz andere Möglichkeiten.


Mir sitzt ein relativ junger Mann gegenüber, der diese FLIN solar GmbH vor einigen Jahren offenbar gegründet hat. Wie lange ist das her? Und wie sind Sie auf die Idee gekommen?


Also in das Projekt gestartet bin ich vor drei Jahren. Das kam eigentlich so, dass ich mir selber ein kleines Segelboot gekauft hatte und das war angetrieben mit einem Benzin Außenborder 5 PS. Und ja, mich hat eigentlich an dem Außenborder insbesondere gestört, dass er so laut ist. Also wenn man da mal mehrere Stunden am Stück gefahren ist, hat es wirklich sehr genervt. Und generell habe ich mich auch für die E-Mobilität interessiert, weil ich auch selber Elektrotechnik studiert habe und habe mir dann eigentlich überlegt Okay, da muss auf jeden Fall ein E-Motor her. Und dann hatte ich auch die Problematik, wie so in vielen Bereichen der E-Mobilität mit der Reichweite und habe mir dazu Gedanken gemacht. Ich habe dann eben gesagt, okay, also auf dem Wasser kann man eigentlich Solarenergie wunderbar nutzen, um die Reichweite da dann zu erhöhen. Und in dem Rahmen habe ich dann das FLINsail konstruiert, weil bei mir persönlich an Bord relativ wenig Platz an Deck war, um da jetzt Module zu verbauen. Dann bin ich eben relativ schnell auf die Idee gekommen, die in den Mast zu ziehen und habe dann das FLINsail konstruiert und dann relativ schnell den ersten Prototypen gebaut.


Elektrotechnik studiert, man segelt gerne, man kommt auf die Idee den kleinen Außenborder zu ersetzen und dann sagt man ja Mensch, jetzt könnte das doch was werden. Das ist ja trotzdem noch nicht so, dass man deshalb sagt: Jetzt gründe ich eine Firma. Das ist ja noch mal ein anderer Schritt. Wie kam es dazu?


Also es war erst mal so, dass ich mit dem System, mit dem FLINsail, mit dem ersten Prototyp, also sehr viel Aufmerksamkeit auf mich gezogen habe, als ich damit unterwegs war. Wir wurden eigentlich durchgehend fotografiert und dann auch in den Häfen eben angesprochen. Und es war irgendwie, ja, erst mal ein riesen Austausch da. Und daraufhin bin ich dann 2019 auf die Hamburg Boat Show gegangen und habe da einen kleinen Stand gemacht und habe das FLINsail da vorgestellt und habe dann eben mal so ein bisschen geschaut: Naja, interessieren sich die Segler auch wirklich dafür, das eben auch zu kaufen? Hab dann gemerkt da ist ein riesen Interesse da. Und dann hab ich gesagt das möchte ich auf jeden Fall versuchen, das System zu vertreiben. Hab das dann auch im Vorhinein, also vor der Messe, noch patentrechtlich schützen lassen und bin dann eben in die Serienproduktion gegangen.


Das ist jetzt wie lange her?


Also auf der Messe war ich 2019. Die GmbH gegründet haben wir aber erst dieses Jahr im Mai….


2021 muss man dazu sagen.


2021. Genau. Und seit Juli 2021 haben wir ein marktreifes Produkt, was jetzt auch bei uns erhältlich ist.


Und das kann ich jetzt auch bestellen und kaufen für mein Segelboot, um zu sagen, ja, das liefert ihr dann einfach so als fertiges Produkt, als Segel.


Sie können die FLINsails jetzt so bei uns kaufen. Es gibt da auch verschiedene Größen, das kommunizieren wir wunderbar über unsere Website. Und was man eben immer braucht ist der Laderegler. Den bieten wir aber auch direkt mit an. Damit man eben auch ein Komplettpaket hat und den Laderegler sich einzubauen, das machen einige Kunden selber. Das ist auch eigentlich nicht so kompliziert, aber wenn man das nicht möchte, kann man das bei der lokalen Werft dann machen lassen und dann kann man das FLINsail eigentlich relativ schnell dann auch nutzen.


Und die nächste Segel Messe im Frühjahr des nächsten Jahres wird auch mal wieder stattfinden. Hoffen wir alle.


Genau. Wir werden auf jeden Fall auf der Boots Messe Düsseldorf sein, im Januar da einen großen Stand machen und auch unsere neuen Produkte da vorstellen.


Was sind ansonsten die größten Herausforderungen beim Gründen, beim Schaffen einer eigenen Firma gewesen in den letzten zwei Jahren?


Ja, die größten Herausforderungen, also das ist natürlich immer ein Problem, wenn man ein Produkt entwickelt, wenn man jetzt keine Dienstleistung anbietet, sondern ein Produkt entwickelt, was man dann verkaufen möchte, braucht man natürlich erst mal immer finanzielle Mittel, um überhaupt diese Entwicklung zu machen. Da haben wir das EXIST-Gründerstipendium bezogen. Das ging. Da haben wir uns drauf beworben zu dritt und das haben wir auch bekommen. Und da haben wir dann zu dritt ein Jahr Gehälter oder Stipendien bezahlt bekommen und hatten noch 30000 Euro für Sachbezüge. Und das hat uns natürlich so als Starthilfe unheimlich geholfen.


Das heißt, wir, in dem Falle Sie und zwei Partner?


Genau, also mein Partner Malte, der kommt auch von der Fachhochschule, da haben wir uns auch kennengelernt und mit dem Stipendium war noch Christina, die ist jetzt allerdings raus aus dem Projekt, weil sie jetzt noch promovieren möchte und da ein bisschen andere Ziele noch hat.


Das heißt, sie sind auch zu zweit weiterhin Gesellschafter dieser Firma und keine anderen Gesellschafter dabei.


Genau. Wir sind beide Gesellschafter und haben jetzt mittlerweile einige Werkstudenten und haben auch schon Praktikanten bei uns gehabt und haben eben verschiedene Leute, die ja mit uns an einem Strang ziehen.


Gut, wir müssen trotzdem noch mal zurück, weil ein Gründungsstipendium ist ja sehr schön. Aber ich sage mal so Prototypen und jetzt in die Produktion einsteigen, das finanziert Lasse Hochfeldt wie?


Ja, wir haben ja wie gesagt das Stipendium bekommen. Das hat erstmal sehr geholfen und dann habe ich auch privat einiges reingesteckt. Und ja, momentan läuft es so, dass Malte und ich sehr sparsam leben. Wir haben auch eigentlich gar keine Zeit Geld auszugeben außerhalb der Firma, weil wir wirklich im Moment 200 Prozent geben. Und unser Ziel ist, so ein bisschen organisch zu wachsen und zumindest nicht direkt mit Investoren zu starten. Hatten wir auch mal überlegt, uns um Investoren zu bemühen, aber haben im Moment das Ziel die Messe Düsseldorf im Januar. Das ist ein großer Meilenstein für uns. Da arbeiten wir im Moment darauf hin. Wir haben erste Umsätze gemacht, die wir ins Marketing und in die Entwicklung investiert haben. Und Anfang nächsten Jahres, werden wir uns dann wieder zusammensetzen und werden dann überlegen, wie es weitergeht.


Sie sparen sich das Ihr Partner und Sie, Sie sparen sich das quasi ab. Sie finanzieren die Firma aus eigenen Mitteln, aus dem, was Sie jetzt zurzeit irgendwie stemmen können. Sie schaffen etwas mit einem Produkt aus Schleswig-Holstein, wo man die Chance gibt zu sagen, hey, ne Freunde, die Segler sind die ökologischsten dann wirklich überhaupt, die in Wahrheit ihre Antriebs Energie auch komplett aus Strom, aus regenerativer Energie beziehen können und das auch noch nicht aus irgendeiner Steckdose, sondern selbst auf dem eigenen Schiff erzeugt. Also da muss doch ein großer Markt sein. Sie wollen organisch wachsen, das heißt, mit der „Boot“ ist jetzt die nächste Stufe. Wie viel könnten Sie dann produzieren, wenn es jetzt Aufträge regnen würde?


Wir haben als Ziel, nächstes Jahr 100 Kunden auszustatten und das würden wir auch mit unseren jetzigen Mitteln absolut schaffen.


Das heißt, die Produktion findet dort statt. Wie habe ich mir das vorzustellen? Das sind ja also semi-flexible Module, die dann auch irgendwie zusammengebaut werden müssen. Die Module als solches beziehen sie aber wahrscheinlich irgendwo, die produzieren sie ja nicht selber.


Genau, die Solarmodule, die kaufen wir ein. Also wir haben keinen Laminator da. Das würden wir natürlich auch gerne machen, aber das ist im Moment einfach nicht denkbar. Wir kaufen diese ein von der Firma Verditek aus Norditalien, da haben wir eine super Partnerschaft. Also das klappt mittlerweile richtig gut. Da sind wir echt sehr zufrieden.


Dann, wenn es Weiterentwicklungen in diesem Bereich gibt. Wo würden Sie erwarten, dass die größten Weiterentwicklungen sind in diesem semi-flexiblen Solarmodul oder noch in einer Weiterentwicklung Ihres Segels oder der Ausrichtung? Wo könnte der nächste Entwicklungsschritt stecken?


Ich war jetzt letzte Woche auf der Messe in München auf der Intersolar und habe mich da umgeschaut und habe gesehen, naja, also eigentlich machen alle Hersteller wirklich, nutzen dieselbe Technologie, um die Solarmodule herzustellen. Also da war ich eigentlich fast ein bisschen verwundert, da tut sich im Moment nicht so besonders viel und ich denke, dass der Punkt, wo wir eben auch ansetzen, dass man diese Solarmodule dann in Applikationen integriert oder eben entsprechend Systeme daraus macht wie unsere FLINsails. Das ist eigentlich das ja, den Mehrwert, den man da noch schaffen kann, um dann entsprechend das Maximale aus der Solarenergie auch rauszuholen.


Klar, für Sie als Segler an der Kieler Förde, da ist die Umgebung hier jetzt schon auch was Besonderes. Hat es sonst noch irgendetwas gegeben, wo Sie sagen, das war schon besonders gut, dass ich hier oben in Schleswig-Holstein war, um diese Entwicklung voranzutreiben. Gibt es etwas, wo Sie sagen, ja, das ist schon sehr stark hier oben in Schleswig-Holstein. Oder sagen Sie, eigentlich hätte ich das Ganze auch am Bodensee machen können?


Also ich bin ja nun hier aufgewachsen und bin ja hier nun auch super vernetzt, habe hier meine Freunde, meine Partner, ich kennen hier eben die Läden, wo man mal noch schnell was einkaufen kann, wenn man irgendwie Spezialteile braucht. Das ist natürlich für mich besonders viel wert. Dazu kommt, dass wir hier in der Kieler Förde eine Segelsszene haben. Wir haben hier die Kieler Woche, die natürlich immer richtig Wind reinbringt. Wir hatten jetzt dieses Jahr die Kieler Klimawoche, wo wir auch Testfahrten angeboten haben. Das war auch eine super Geschichte und was für uns auch immer toll ist, ist die Nähe zu Skandinavien. Also die Dänen und Schweden und Norweger sind auch sehr interessiert an unseren Produkten und dass ist eben auch für uns sehr gut.


Also der Norden als Standort ist für sie schon der richtige, weil in der Tat, da gibt es auch die entsprechenden Absatzmärkte noch außerhalb von Schleswig-Holstein. Und die Segelszene ist groß. Lasse Hochfeldt ist der Gründer und der Chef von FLIN solar, der sagt: Jetzt mache ich mit meinem Master hier eine eigene Firma auf und mache mich mit meiner Idee selbstständig. Eine Idee, die aus meiner Sicht eine riesengroße Perspektive hat. Ein toller Ansatz, um mit regenerativer Energie einen Teil des schönsten Sports der Welt, nämlich das Segeln auf der Ostsee, irgendwie auch nachhaltig zu machen, endgültig nachhaltig zu machen und den Diesel von den Booten zu verdammen, damit ein wirklich tolles Projekt. Ich finde das großartig. Gratuliere zu der tollen Idee und ich finde super, wie Sie das machen. Schön, dass Sie heute dabei sind. Zum Schluss gibt es bei mir immer so kurze Fragen mit der Bitte um kurze Antworten. Die erste heißt: Mein liebster Ort in Schleswig-Holstein ist…


Ah ja, das ist Kiel, weil ich da auch aufgewachsen bin.


Die Unternehmensgründung bedeutet für mich…

Ja ein Stück weit… ja, es ist so eine gewisse Unabhängigkeit, also dass man eben einfach frei arbeiten kann und irgendwie mit Menschen zusammenarbeitet und irgendwo auch ein Team leitet, das an einem Strang zieht. Also das ist eben besonders für mich.


Neben dem Segeln begeistere ich mich am meisten für…

Für technische Entwicklungen, also insbesondere auch mechanische Konstruktionen. Ich habe eigentlich häufig im Kopf irgendwelche Konstruktionen, die ich dann unbedingt in die Tat umsetzen möchte.


Lasse Hochfeldt war bei mir, der Gründer von FLIN Solar GmbH. Eine tolle Firma. Danke, dass Sie dabei waren. Vielen Dank fürs Zuhören. Tschüss und bis zum nächsten Mal, wenn ich einen neuen, spannenden Gast aus Schleswig-Holstein im Podcast „Echte Chancen“ begrüßen darf. Herzlichen Dank!

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz vor einem Mikrofon.
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